Neubau von Kernkraftwerken in China

Neubau von Kernkraftwerken in China

Th. H. Dent, D. Knoche, G. Bäro, W. P. Poirer


China war nach den Vereinigten Staaten von Amerika die zweitgrößte Quelle von Kohlendioxidemissionen im Zusammenhang mit der Energieerzeugung. Die IEA sagte 2004 voraus, dass Chinas Anteil am globalen CO2-Ausstoß, vor allem im Energiesektor, bis 2030 auf 19% ansteigen dürfte. Das zusammen mit dem starken Wirtschaftswachstum führt zu einer gesteigerten Energienachfrage mit einem wachsenden Beitrag der Kernenergie. Angesichts dieser Rahmenbedingungen erhielt Westinghouse den Auftrag, insgesamt 4 seiner AP1000-Anlagen zu liefern, also der weiterentwickelten passiven DWR der Generation 3+, die in den nächsten 7 Jahren an 2 Standorten errichtet werden sollen. Es handelt sich dabei um eine sichere, einfache Auslegung, die sich auf bewährte, ausgereifte Systeme und Komponenten einer standardisierten Modulkonstruktion mit passiven Wärmeabfuhrsystemen stützt.

Der AP1000 ist ein Zweikreis-DWR mit einem vereinfachten, innovativen und wirksamen Sicherheitsansatz. Die Bruttoleistung soll bei 3.415 MWth und 1.117 MWe liegen. Die standardisierte Reaktorkonstruktion erhielt von der USNRC im September 2004 ihre endgültige Zulassung, im Dezember 2005 die Auslegungszertifizierung. Die Anlage weist folgende Hauptmerkmale auf:

Passive Sicherheitseinrichtungen Vorkehrungen zur Abschwächung schwerer Störfälle Standardisierung und Modulkonstruktion Nutzung bewährter, in 50 Jahren Erfahrung erarbeiteter Konstruktionen Weniger Bauteile und Bauteile "von der Stange" Weiterentwickelte Auslegungsmerkmale Kurze Planungs- und BauzeitDas chinesische AP1000-Projekt liegt im Plan, die technischen Arbeiten sind in vollem Gang. Heute ist der AP1000 kein "Traum auf Papier" mehr.

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