Bei den energiepolitischen Entscheidungen auf Landes- und auf Bundesebene geht es nicht um weniger als die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Eine energiepolitische Hängepartie können und dürfen wir uns angesichts der dringenden Entscheidungen zu Vorhaben der Energiewirtschaft nicht leisten. Seit Langem macht die deutsche Energiewirtschaft darauf aufmerksam, dass eine sichere Energieversorgung nicht naturgesetzlich gegeben ist.
Auch die Deutsche Energieagentur (dena) sieht die Stromlücke kommen. Nicht in ferner Zukunft, sondern bereits ab 2012. Beim Ausstieg aus der Kernenergienutzung wächst dabei die Differenz zwischen Bedarf und gesicherter Kraftwerksleistung bis 2020 deutlich an.
Europa beurteilt die Kernenergie anders: So zeigt das European Nuclear Energy Forum (ENEF), dass die EU in der Kernenergie eine Zukunftsoption sieht und ein Dialog zwischen Kritikern und Befürwortern möglich ist.
Weltweit weisen internationale Initiativen wie die Reaktorkonzepte der Generation IV auf zukunftweisende Technologieentwicklung, und Kernenergie wird klar als ein Teil der zukünftigen Energieversorgung gesehen. Neubauten und sich konkretisierende Neubauvorhaben in den USA, Frankreich, China, Finnland und Großbritannien sind dafür nur ein Beleg.
Angesichts veränderter Rahmenbedingungen wird Deutschland um eine Neubewertung der Kernenergie nicht umhinkommen. Jetzt geht es um eine Laufzeitverlängerung der bestehenden Anlagen - die Einen sehen dies als Brücke in eine völlig veränderte energiewirtschaftliche Zukunft, wir sehen eine langfristige Perspektive der Kernenergie. Diese Frage muss jetzt nicht entschieden werden, aber wichtig ist, dass wir uns alle Energieoptionen offenhalten.
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